Kulturpalast: Baustart liegt auf Eis

Dienstag, 5. März 2013

von Peter Bäumler

„Baustart liegt auf Eis – Stopp Baustart Kulturpalast“ titelten die Zeitungen, als am 28. Februar die Nachricht kam, die Landesdirektion Sachsen (LD) sieht Klärungsbedarf beim vorgelegten Haushalt 2012/13 der Stadt Dresden. Bevor nicht grünes Licht gegeben ist, können bei geplanten Bauprojekten keine Aufträge ausgelöst werden. Das Gespräch mit der LD hat gerade erst begonnen. Es geht in weitere Runden. Betroffen dürfte auch das Konstrukt zur Finanzierung des Kulturpalastes sein; nach Finanzbürgermeisters Vorjohann eigenem Wort. Auflagen, die zu erwarten sind, bedürfen der Einarbeitung durch die Stadt, anschließend folgen Auslegungsfristen und die Beschlussfassung. Eine vielwöchige Baustartverschiebung ist programmiert. Eine Denkpause um doch noch zur einfacheren Sanierung im Bestand mit akustischer Verbesserung des Festsaales zurück zu finden? Christiane Filius-Jehne, weist das zurück „Die Stadt braucht den hochwertigen Konzertsaal, der verspricht, gut zu werden. Und der Altmarkt braucht die Bude voll mit jungen Leuten, die kommen wenn die Stadtbibliothek und eine täglich spielende Herkuleskeule eingezogen sind.“

Der leergeräumte Kulturpalast.

Bleibt noch die Frage, auf welche Höhe die Baukosten bis zum „Fertig“ 2016 oder 2017 angestiegen sind? Bauen im Bestand ist risikohaft. Für Unerwartetes und Kostensteigerungen sind als Sicherheitsmarge lediglich 15 Prozent angesetzt. Sehr, sehr knapp, denn es wird ein über 40 Jahre altes Haus angefasst. Im Gesamtbaukostenvolumen von 88 Millionen sind 13 Millionen Euro Risiko angesetzt. Und die sind schon heute nicht mehr voll da; nach Finanzbürgermeisters Vorjohann eigenem Wort.

   

Der leergeräumte Kulturpalast.

Übrigens: Nach dem DNN-Meinungsbarometer vom Dezember 2012 schneidet der Umbau des Kulturpalastes unter allen Aufgaben und Projekten der Stadt an unterster Stelle ab: nur 40 % halten ihn für wichtig, 15 % für überhaupt nicht wichtig.

Dr. Peter Bäumler arbeitet als freier Journalist in Dresden. Er schreibt zu den Themen Architektur, Verkehr, Kunst und Kultur.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 07.03.2013 aktualisiert.
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