Wormser Straße wird für mehr Autos ausgebaut

Samstag, 9. Juni 2012

von Thomas Friedlaender
und Eduard Zetera

In der SäZ vom 05.06.2012 lesen wir nach dem einleitenden Satz „Noch dieses Jahr beginnt die Planung, um die Verkehrsflut von der Waldschlößchenbrücke sicher zu leiten.“:

Mit Öffnung der Waldschlößchenbrücke wird sich die Verkehrsbelastung auf der Wormser Straße von derzeit rund 4.200 auf 10.300 Fahrzeuge täglich erhöhen. Diese Prognose hat Verkehrsplaner Peter Tatzel jüngst noch einmal im Ortsbeirat Blasewitz vorgestellt. Nachdem dort massiv kritisiert wurde, dass die Stadt die Autoflut über die enge und stellenweise zugeparkte Straße lenken will, gab Tatzel eine interessante Information an die Ortsbeiräte weiter: „Sie können davon ausgehen, dass Sie noch dieses Jahr über eine Vorlage zum Ausbau der Wormser Straße beraten werden“, sagt er. … „Ich habe mit Baubürgermeister Jörn Marx darüber gesprochen“, informierte Tatzel. „Die Planung dafür soll noch dieses Jahr beginnen.“ Die Wormser Straße soll nach den Vorstellungen der Stadt bereits im Bereich der Kreuzung zur Fetscherstraße in beiden Richtungen befahrbar sein. Derzeit ist sie dort eine Einbahnstraße. Der Blasewitzer Ortsbeirat sprach sich jedoch dafür aus, die bisherige Verkehrsführung beizubehalten.

Blättern wir einmal ein wenig zurück: In der Abstimmungsbroschüre zum Bürgerentscheid über den Bau der Waldschlößchenbrücke, welche im Jahr 2005 an alle Dresdner Haushalte verteilt wurde, lesen wir im (ersten) Teil der Befürworter des Baus (auf Seite 4 unter Punkt VIII; Hervorhebungen wie im Original):

Die Auswirkungen auf die Anlieger werden minimiert.

Für andere Straßen [außer der Fetscherstraße] in Johannstadt sind durch den Bau des Verkehrszuges keine zusätzlichen Verkehrsbelastungen zu erwarten. …

Die Wormser Straße und die Spenerstraße sind nicht Bestandteil des Verkehrszuges. Die Bürgerinitiative PRO WALDSCHLÖßCHEN will durch verkehrliche und verkehrsorganisatorische Maßnahmen eine Zunahme des Verkehrs in der Wormser Straße verhindern. Sie ist auch gegen einen Lückenschluss der Spenerstraße zwischen Borsbergstraße und Wormser Straße.

Diese Aussage findet sich auch heute noch in dieser Form auf der Website der BI Pro Waldschlößchenbrücke.

In der Abstimmungsbroschüre zum Bürgerentscheid zeichneten als Erstinitiatoren:

  • ADAC Sachsen e.V.
    N. Köhler-Totzki
  • CDU Kreisverband Dresden
    F. de Haas
  • Freie Bürger
    Stadtrat F.-J. Fischer

Als weitere Unterstützer der BI Pro Waldschlößchenbrücke sind namentlich genannt:

  • IHK Dresden
    H. Paul, Präsident
  • Kreishandwerkerschaft Dresden
    Dr. Ralf Peuker
  • BI Dürerstraße
    S. Kühl
  • Ingenieurkammer Sachsen
    Dr. A. Klengel
  • Haus & Grund Dresden e.V.
    Chr. Rietschel
  • Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes e.V.
    W. Drews
  • Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU
    A. Lämmel
  • Dresdner Taxi-Genossenschaft e.G.
    H. Roßberg
  • Straßenverkehrsgenossenschaft Sachsen und Thüringen e.G.
    T. Riedel
  • Verein der Straßenbau- u. Verkehrsingenieure des Freistaates Sachsen
    Dr. Körner
  • Sächsische Dampfschifffahrt
    M. Lohnherr
  • Neustädter Kreis
    G. Baumgart
  • Dresdner Rennverein 1890 e.V.
    Winkler
  • Junge Union Dresden
    M. Held
  • Anne-Kathrein Emmerlich

Für die Richtigkeit der Angaben der BI Pro Waldschlößchen zeichnet Dr. H.-J. Brauns.

Es ist nicht bekannt, dass sich bislang eine der o.g. Persönlichkeiten zu den eingangs dargestellten Entwicklungen um die Wormser Straße geäußert hätte.

Ach, übrigens: In der gleichen Abstimmungsbroschüre heißt es im (zweiten) Teil der Gegner des Baus der Waldschlößchenbrücke (auf Seite 3):

Die Waldschlößchenbrücke löst kaum Verkehrsprobleme … sie schafft aber viele neue!

Diese große Brücke zieht einen zusätzlichen Verkehr von 20.000 Fahrzeugen am Tag neu in die Stadt hinein … Insgesamt sollen 47.500 Fahrzeuge am Tag auf der Waldschlößchenbrücke fahren. Die angrenzenden Straßen in den dicht bebauten Wohngebieten können aber nicht für diesen Verkehr ausgebaut werden. Die Autos werden sich Auspuff an Auspuff durch die Johannstadt mühen, spätestens am Fetscherplatz stecken sie – übrigens gemeinsam mit Bahn und Bus – in der Staufalle.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 09.06.2012 aktualisiert.
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