Kulturpalast: Vorschlag zur Güte

Dienstag, 3. April 2012

In einem Pressetermin erklärte
Dr. h.c. Wolfgang Hänsch

Ich möchte die Anregung des Vorsitzenden Richters am Landgericht Leipzig des Vizepräsidenten des Landgerichts Leipzig, Herrn Kai-Uwe Deusing, aufgreifen und im Interesse der Vermeidung einer langwierigen Fortführung der gerichtlichen Auseinandersetzung einen Vorschlag zur gütlichen Einigung mit der Stadt darlegen.

Ich werde der Stadt Dresden anbieten, dass ich einer gütlichen Einigung zustimme, wenn mit den notwendigen Umbaumaßnahmen die gestalterische Einheit von Saal und Gesamtgebäude des Kulturpalastes bewahrt bleibt. Ich plädiere für eine akustische Aufrüstung des bestehenden Saales, um der Dresdner Philharmonie hochwertige, internationalen Anforderungen genügende Bedingungen zu bieten, die wohl im Detail gestalterische Veränderungen nach sich zieht, aber den Grundcharakter des Raumes erhält.

Die Absicht der Stadt Dresden, vor allem der Dresdner Philharmonie akustisch und optisch optimale Bedingungen zu schaffen, muss eben nicht mit einer kostenträchtigen Entkernung und damit Zerstörung des Gesamtgebäudes einher gehen. Als Ansatz eines behutsamen und damit zugleich wirtschaftlichen Umgangs mit dem Baudenkmal muss vielmehr gelten, alle Maßnahmen bei Erhalt der Primärstruktur umzusetzen.

Maßnahmen unter Berücksichtigung der Hauptkritikpunkte hinsichtlich Akustik können sein:

  • Schaffung eines flexiblen „Konzertzimmers“ für den Orchesterbereich
  • Reflexionsflächen unter den Seitenrängen
  • Verzicht auf die mittleren Regieräume (Technikräume) dafür große Reflexionsflächen
  • neue Deckengestaltung zur Verbesserung der Reflexion
  • Gestaltung eines Musikerpodiums (wie „Berliner Podium“)
  • Seitenwände mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten.

Auf diesen Maßnahmenkatalog hat sich ganz aktuell die „Zeitweilige Arbeitsgruppe ‚Behutsame Sanierung des Dresdner Kulturpalastes‘“, die sich im Vorfeld der heute Nachmittag stattfindenden Expertenanhörung gebildet hat, verständigt.

Ich gehe davon aus, dass mein Vorschlag im Rahmen der zur Verfügung stehenden Eigenmittel in Höhe von rund 40 Millionen € umsetzbar ist und die Brandschutzauflagen erfüllt werden können. Auch wenn die Maßnahmen etwas höhere Kosten verursachen würden, können sie meines Erachtens nie die Höhe eines Totalumbaus erreichen.

Schließlich dürfte nicht unwesentlich sein, dass bei einem solchen behutsamen Umgang mit der Bausubstanz die Dresdner Philharmonie nicht nur hervorragende Bedingungen bekäme, sie würde voraussichtlich auch schneller wieder im Kulturpalast spielen können.

Der Saal würde unter Beibehaltung der Grundstruktur weiterhin eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen ermöglichen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 04.04.2012 aktualisiert.
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