Hochkarätige Schützenhilfe für den Architekten

Mittwoch, 8. Februar 2012

zusammengefaßt von Dresdens Erben

In der Sache der Urheberrechtsklage des Architekten Dr. Wolfgang Hänsch fand am Montag, dem 06.02.2012, um 12:30 Uhr im Kulturpalast der vom Gericht anberaumte Ortstermin mit den Gutachtern statt. Mit Beifall wurden die Teilnehmer vom Verein Dresdens Erben e.V. begrüßt.

Das Gericht war vertreten durch den Vorsitzenden der Kammer, den Vizepräsidenten des Landgerichtes Leipzig Kai-Uwe Deusing, sowie Frau Richterin Graf.

Die Begleitung des Klägers Dr. Wolfgang Hänsch liest sich wie das Who-is-Who von Experten der Nachkriegsmoderne:

  • Prof. Dr. Hans-Georg Lippert
    Professur für Baugeschichte an der TU Dresden
  • Wolfang Kil
    Architekturkritiker und Publizist, Berlin
  • Dr. Bruno Flierl
    Architekt, Architekturkritiker, Publizist, Experte für DDR-Architektur und –Städtebau, Berlin
  • Prof. Dr. Simone Hain
    Professur für Stadt- und Baugeschichte TU Graz
  • Prof. Dr. Manfred Zumpe
    Architekt, Dresden
  • Prof. Dr. Thomas Topfstedt
    Professur für Kunstgeschichte Universität Leipzig

Von beklagter Seite nahmen Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau, Mitarbeiter der Abteilung Denkmalschutz/Denkmalpflege, Mitarbeiter des Hochbauamtes sowie des Rechtsamtes teil.

Nach einem Rundgang durch das Haus gab es eine Fragerunde mit dem gerichtlich bestellten Gutachter Prof. Dr. Gerd Zimmermann.

Wie nicht anders zu erwarten, wiesen die Experten auf Klägerseite nochmals eindringlich auf die besondere architekturhistorische und gestalterische Bedeutung des Kulturpalastes hin. Sie haben deutlich gemacht, dass mit dem Abriss des Saales das Haus zerstört würde und Dresden so eines der wichtigsten Denkmale der Nachkriegsmoderne verlöre. Dr. Hänsch selbst brachte nochmals sein Unverständnis zum Umgang der Stadt Dresden mit seinem Werk zum Ausdruck. Von Seiten der Stadt Dresden wurden die kulturpolitische Gesamtplanung der Stadt sowie die akustischen Mängel des Saals thematisiert.

Zunächst wird nun das Gutachten durch Herrn Prof. Zimmermann erstellt. Nach dessen Fertigstellung wird es einen weiteren Gerichtstermin am Landgericht Leipzig geben.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.02.2012 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Der Festsaal des Kulturpalastes sollte in seiner funktionalen Struktur erhalten werden und dem heutigen technischen Ausstattungsstandart angepasst werden. Die Auslastungszahlen sprechen für die Akzeptanz dieses Saales. Namhafte Veranstalter sehen das genauso. Es spricht aber nichts gegen eine Umstrukturierung der Raeumlichkeiten ausserhalb des Festsaales. Die Herkuleskeule und die Staedtische Bibliothek sollten so auch ihren Platz im Haus finden, ohne den Festsaal zu zerstören!

    … schrieb Jens Leopold am Mittwoch, dem 08.02.2012, um 00:45 Uhr.