„Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort“

Freitag, 27. Januar 2012

Das Drehbuch zu einem [seit 10. Februar verschwundenen] Film

Intro

Ein Büro im Innenministerium. Hell und freundlich. Klangcollage, etwa Stockhausen. Ein Minister. Er sitzt halb auf seinem runden Gesprächstisch. Die Kamera umkreist, bedrängt ihn [wie ratsuchende Bürgermenge oder Journalistenmeute]. Markus Ulbig blinzelt nervös, aber die klare Aussprache gelingt immer besser:

„Lieber Bürgerinnen … Rechtsterrorismus“. Als der Minister „Blutspur“ sagt, schwenkt die Kamera auf seine Hände. Ein erstes Aufatmen für den Bürger: Sie sind sauber.

Der braune Terror. Irgendwo da draußen in Deutschland. Nicht hier im Büro. Fürchtet euch nicht. Aber: „Wir müssen diesen braunen Terror zum Anlass nehmen, über uns selber nachzudenken.“ Ja, machen wir. Cut.

Dann Texttafel mit Wortspiel: Mit Machen.

Steigerung

Das Nach Denken trägt erste Früchte. Glasklare Ansagen: „Engagement muss jeden Tag gezeigt werden … Rassismus … nicht unwidersprochen … Gedankengut  … in Sachsen … nicht salonfähig …“ Der Minister wirkt jetzt selbstsicher und vertrauenerweckend. Die Er Kenntnis: „Aus diesem Grunde müssen wir als Demokraten diesen Neonazis gemeinsam den Kampf ansagen.“ Schnitt. Mit Denken.

Höhepunkt

Zoom in. Ulbig in Minute 1:00

„Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort, sondern Demokratie.“

Der Minister knetet jetzt seine Hände. Das Schwierigste ist raus – puh. Werden die Bürger kapieren? Antifaschisten können keine Demokraten sein. Und umgekehrt. Die Bürger müssen sich entscheiden.

Finale mit Abspann

Abgesang; an gemeinsame Werte appellieren. Auch Nationaldemokraten können fromme Christenmenschen sein und Plätzchen backen. Das Gespräch suchen, aus der Mitte heraus. „Gemeinsam … Mit Ihrer Hilfe … was können wir noch verbessern …“ Trommelwirbel, Schlaggeräusche, Cut. Off: „Dazu brauchen wir …“ Mit Diskutieren. Ende.

Epilog

[Bonus-Material; nur Vorschlag. Verwendung des Epilogs für den Film mit Minister abstimmen; Erklären, dass Roewer und Kapke sehr telegen. Eventuell aber auch einfache Texttafel mit zerhackter Rechtschreibung]

Thüringens ehemaliger Verfassungsschutzpräsident, der Jurist, Panzeroffizier und Schöngeist Dr. Helmut Roewer, soll Ende der Neunziger Jahre einem drolligen Kerlchen namens Tino Brandt bis zu zweihunderttausend D-Mark in die Hand gedrückt haben, damit dieser ein Sammelbecken für Rechte aufbaut: den Thüringer Heimatschutz. Der war auch Heimat für die Zwickauer Zelle, bevor sie nach Sachsen kam. Ihr Vorläufer: die Anti-Antifa. Mit dabei: André Kapke.

In einem Lehrfilm, den VS-Präsident Dr. Helmut Roewer produzieren ließ, kommt André Kapke zu Wort. Kapke wirkt souverän; man sieht nicht, ob er blinzelt (Es ist ein schöner Tag, er trägt eine Sonnenbrille ). Obwohl man auch Kapkes Hände nicht sehen kann, ist davon auszugehen, dass sie so sauber sind wie sein blütenweißes Hemd. Kapke kennt das alte Problem mit dem Antifaschismus. Er ist Experte. Ab Minute 10:00 erklärt er, warum Antifaschismus keine Lösung ist und was Antifaschismus bedeutet: Gewalt von Linken oder links Orientierten. Der Anti-Antifaschismus gibt darauf die richtige Antwort:

„Er klärt auf und bringt die Gewalttäter ans Licht.“

Minister-Ulbig-Film – Endfassung (90 Sekunden):

[Nachtrag: Der Film ist verschwunden! Grund unbekannt. Weitere Hinweise/Spekulationen hier]

jh

 

Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.02.2012 aktualisiert.
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