Mondlandschaft mit Industriebau

Sonntag, 18. September 2011

Bürgerinitiative entlarvt mangelhafte Planungen zum Kieswerk in Söbrigen und stellt Mustereinwendung ins Internet – Schwerer LKW-Verkehr sowie Lärm Tag und Nacht zerstören Lebensqualität, Natur- und Erholungswert im Pirnaer Elbbogen für Jahrzehnte.

Die Bürgerinitiative gegen ein Kieswerk in Söbrigen wehrt sich weiterhin vehement gegen die Pläne, einen Kiestagebau und ein Kieswerk in Söbrigen zu errichten. Derzeit läuft im Rahmen der Planfeststellung ein Ergänzungsverfahren. Die Bürgerinitiative hat die Unterlagen gesichtet und eine 9-seitige Stellungnahme verfasst, die unter www.gegen-kieswerk-soebrigen.de, der Website der Bürgerinitiative, heruntergeladen werden kann.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Söbrigen, Hanne Freund, dazu:

Die Planungen sind durch die aktuellen Ergänzungen nicht besser geworden, im Gegenteil: Es herrscht ein nicht nachvollziehbares Durcheinander von verschiedensten Planungsständen. Alte Gutachten zur Umweltverträglichkeit und zum Lärm werden genutzt, obwohl die neuen Planungen Mehrbelastungen schaffen.

Beispielsweise soll die Fördermenge im Kieswerk Söbrigen deutlich erhöht werden und auch Nachtschichten sollen möglich sein. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf den Lärmpegel. Dieser lag in der Vergangenheit teilweise nur 1 dB unter dem Grenzwert. Neue Lärmgutachten werden erst nach Inbetriebnahme angekündigt.

Ähnlich verhält es sich mit den Gutachten zur Umweltverträglichkeit. Die Auswirkungen auf die vielen geschützten Tiere und Pflanzen, die in dem Gebiet vorkommen, werden nur unzureichend betrachtet. Durch den Kiesabbau wird nicht nur ihr Lebensraum zerstört, sondern durch die LKW-Trassen zum Kiestransport auch Wanderkorridore abgeschnitten.

Der LKW-Verkehr ist zudem eine Gefahr Radtouristen (Sächsische Weinstraße, Mittelländischer Radweg von Bayreuth nach Zittau) und für Kinder, die auf der Graupaer Straße zur Schule fahren, denn hier gibt es keinen Fuß- oder Radweg. Ganz zu schweigen von den Belastungen für Anwohner und Erholungssuchende durch Lärm und Feinstaub, die von den bis zu 200 LKW-Fahrten pro Tag ausgehen.

Neben dem LKW-Verkehr wird auch das Kieswerk an sich, als 15 Meter hohes Industriebauwerk und die angrenzende Mondlandschaft des Tagebaus, das Landschaftsbild und somit den Erholungswert des Gebietes zwischen Pillnitz und Pirna erheblich beeinträchtigen. Hier stellen wir die Frage: Ist es das überhaupt Wert? Wir sagen: Nein! Der Betreiber hat weder den Bedarf für den Kies nachgewiesen, noch den volkswirtschaftlichen Nutzen. Der Schaden für die Region, über Jahrzehnte, kann durch den eventuellen späteren Nutzen eines neuen Gewässers bei Dresden nicht aufwiegen.

Kein Kieswerk in Söbrigen!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.09.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Unbedingt einwenden, wer kann! Und nur noch bis 22.9.2011!!!

    … schrieb Jana am Sonntag, dem 18.09.2011, um 18:33 Uhr.