Förderung des Kulturpalast-Umbaus

Sonntag, 18. September 2011

von Eduard Zetera

Während der 41. Sitzung des Sächsischen Landtages am 15.09.2011 beantwortete die Staatsregierung zwei Fragen der bündnisgrünen Abgeordneten Eva Jähnigen bzgl. „Förderung Umbau Dresdner Kulturpalast“ im Rahmen der Fragestunde (TOP 10).

Brisant ist dabei insb. die Antwort auf die Frage 2: „Ist die Mitfinanzierung des Dresdner Kulturpalastumbaus mit öffentlichen Fördermitteln nach derzeitigem Stand möglich und welche konkreten Voraussetzungen müssen dazu von den Beteiligten erfüllt werden?“ Die Staatsregierung weist darauf hin, dass die geplante Bereitstellung von EFRE-Mitteln davon abhängt, dass das Vorhaben den Förderzielen („Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum“) entspricht. Dazu heißt es u.a.:

Danach verfolgt die Förderung das Ziel, durch eine Verbesserung der städtebaulichen Strukturen vor allem demografiebedingte infrastrukturelle und bauliche Defizite abzubauen sowie Rahmenbedingungen für die Förderung der Innovation, Bildung, der gewerblichen Wirtschaft, der Existenzgründung, der energetischen Sicherung und CO2-Minderung zu schaffen.

Man darf gespannt sein, wie die Landeshauptstadt das begründen will. Die Staatsregierung jedenfalls meint: „Vor dem Hintergrund dieser Zielbeschreibung wird die Europäische Kommission den Antrag [der Landeshauptstadt] bewerten.“ Und obwohl (oder gerade weil) „sie bereit ist, das Vorhaben zu unterstützen,“ hat sie – das ist aus der Presse bekannt – einen ersten Antragsentwurf der Stadt bereits wegen grober Mängel zurückgewiesen. Das sagt einiges über die Belastbarkeit der Argumentation der Stadt aus.

Im Klartext heißt das: Die Stadt lässt sich auf das Umbau-Abenteuer ein,

  • obwohl die Ko-Finanzierung durch das Land bzw. die EU auf ziemlich wackeligen Füßen steht,
  • obwohl der Ausgang des Urheberrechtsstreits mit dem Architekten vollkommen offen ist und
  • obwohl der Sinn der ganzen Übung mehr als fragwürdig ist.

Zum letzten Punkt passt die aktuelle Absage von Herman van Veen: Er will nicht in der Messehalle auftreten. Es ist wohl nur die erste einer ganzen Serie von Absagen, auf welche sich Dresden in den kommenden Monaten einrichten kann.

Mithin muss man dem gesamten Vorhaben Kulturpalast-Umbau schon sehr gewogen sein, um das Vorgehen der Stadt noch für mutig zu halten …

Dieser Artikel wurde zuletzt am 19.09.2011 aktualisiert.
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10 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Das heißt: Wenn der Stadtrat bei dem Umbaubeschluss bleibt, wird es voraussichtlich so ausgehen, dass gar keine Fördermittel fließen werden, weil die Zeitschiene bis 2015 (Bauende einschl. Abrechnung der Mittel) nicht einzuhalten ist. Somit werden die vollen Umbau-Kosten – und die enden nicht bei 70 Mio € – von der Stadt zu tragen sein.
    2015 wird Finanzbürgermeister Vorjohann ggf. für den OB-Posten kandidieren. Er wird diesbezüglich seine Hände in Unschuld waschen, denn der Stadtrat hatte ihn beauftragt, den Kulturpalast umzubauen. Dass die Vorlage aus seiner Feder stammt, spielt dabei keine Rolle. Oft sind in der Politik Ursache und Wirkung kaum auseinander zu halten. Zum Schluss ist immer keiner schuld.

    … schrieb A. Schmidt am Montag, dem 19.09.2011, um 15:11 Uhr.

  2. Sicherlich ist der Kulturpalst ohne Zweifel ein durchdachtes multifunktionales Festspielhaus mitten in Dresden.Darin besteht aber auch das Problem.Mitten in der Stadt Dresden.Am Altmarkt.Aber dort ist der Kulturpalast falsch plaziert seit seiner Eröffnung 1969.Denn das Areal,wo er steht,ist der historische Nordteil des Dresdener Altmarktes.Auf dieses Areal gehören Gebäude in der Funktion wie bis zur Zerstörung im Jahr 1945.Natürlich nach historischer Vorlage,was die Fassadengestaltung betrifft.Dazu ein Mix aus Geschäften,die dem Charakter des Altmarktes gerecht werden in Verbindung mit Wohnungen oder Büros.Angebrachter wäre es daher,den Kulturpalast zu versetzen,zB auf das Areal des ehemaligen Heizkraftwerkes Mitte am Wettiner Platz oder auf einen Standort am Großen Garten in Nähe zur Straßenbahn.Dann vielleicht auch in einer modifizierten Ausführung.Durch die Versetzung würde Platz geschaffen für die historische Bebauung des Nordteils des Altmarktes mit vielen Wohnungen,Geschäften und Gassen ,die die den urbanen Charakter der Altstadt besser hervorheben würden für Bürger und Touristen als mit einem von Anfang an falsch plazierten Kulturpalast.

    … schrieb Lars Michel am Dienstag, dem 18.10.2011, um 23:32 Uhr.

  3. @Lars Michel, mit welchem Recht sollen unter Mitschuld vieler Dresdner im 2. Weltkrieg zu Grunde gegangene Gebäude ein in der Zwischenzeit entstandenes Gebäude mit berechtigtem Denkmalstatus verdrängen? Finden Sie nicht, man sollte geschichtliche Tatsachen respektieren?

    Das Rad der Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen. Es wird immer nur neue Geschichte oder manchmal auch Entwurzelung, wenn man den Menschen die Dinge wegnimmt, mit denen sie sich über lange Zeit identifiziert haben. Der Kulturpalast und dessen Multifunktionssaal sind so ein Identifikationsobjekt – der neueren Generation. Und der Kulturpalast ist für seine Funktion genau an der richtigen Stelle!

    Ich sehe ein, dass Dresdner, die sich vor dem Krieg mit dem Juwel Dresdner Neumarkt identifiziert haben, bis jetzt für dessen Wiederaufbau einsetzen. Aber sie hätten sich vor dem Bau des Kulturpalastes für die Freihaltung dieser Stelle einsetzen müssen, genau wie für die Freihaltung der Wilsdruffer…Das haben sie nicht geschafft. So sollten die Verfechter des historischen Neumarktes sich meiner Ansicht nach auf die Gestaltung der freigehaltenen Fläche des Neumarktes und auf die Mitwirkung an der Gestaltung eines gelungenen Überganges zwischen dem neuen Alten und dem alten Neuen beschränken.
    Alle Versuche, das Denkmal Kulturpalast in seinem Wesen zu verändern oder gar abzureißen halte ich für einen schnöden Vorstoß unseres Tafelsilberverscherbelers in der Bürgermeisterriege, der damit die Stadtkasse sanieren will.

    … schrieb Silvia Friedrich am Mittwoch, dem 19.10.2011, um 13:46 Uhr.

  4. Frau Friedrich ! Wenn man das Rad der Geschichte zurückdrehen könnte,so würde ich es tun und zwar um die Folgen zu beheben.Allein aber das Rad fehlt mir.Aber ich muß mich von Ihrer Verpauschalisierung leider distanzieren.Sachlich ist Ihr Beitrag jedenfalls nicht.Der 2.Weltkrieg hat bedingt nur mit dem von mir angesprochenen Thema zu tun.Denn ich beziehe mich selber auf die Zeit danach.Sie aber werfen hier Krieg,Luftangriff,seine Resultate und Schuldfragen ineinander.Auf so einer Basis möchte ich aber nicht diskutieren.Ausserdem kriminalisieren Sie hier pauschal auch meine Vorfahren,die ja den Luftangriff plus Folgen hautnah miterlebt haben.Ich denke,es steht Ihnen nicht zu schon aus chronologischer Sicht,hier solche derartigen vom Thema abweichenden Statesments zu geben.Wie alt sind Sie bitte ? Und was haben Sie erlebt ? In welchem Buch haben Sie dieses vermeintlich !Erlebte!gelesen ? Vergessen Sie nicht,das es nach dem verheerenden Krieg Menschen gab,denen ein Stück Brot und eine warme Behausung sowie allgemeines Überleben für sich und die Familie wichtiger war als baubezogene ästhetische oder sonstige Fragen.Dafür war damals nicht die Zeit.Und auf Dresden bezogen,hat man sich bis heute nicht von diesen Schlag aus der Luft auf diese Stadt annähernd erholt.Vieles ist Kosmetik,aber gehört nicht zur Stadt.Und vieles ist auch wahrscheinlich gedankenlos abgerissen oder aufgebaut worden.Ausserdem gab es über 220000 Opfer in der Stadt beim Angriff und später wurde die Stadt quasi aufgefüllt mit Flüchtlingen aus anderen Teilen Deutschlands,welche die gleichen Probleme wie die einheimische verbliebene Bevökerung,aber keinerlei Bezug zur Stadt und ihrer Geschichte ,sprich Baukultur,hatten.Und wenn ich Dresden meine,dann meine ich das gesamte zerstörte Areal der Altstadt,Striesen,Johannstadt,Südvorstadt.Eigentlich meine ich ohne Ausnahme all das,was zerstört wurde an Gebäuden.Und all das was zerstört wurde,meine ich,das man es wieder in original aufbauen sollte.Denn jede Stadt hat eine Seele und ein Gesicht.Diese Seele und dieses Gesicht liegt jedoch auf dem Trümmerberg.Um also ausschweifende Ausführungen abzukürzen,halte ich es für unabdingbar,das man wenigstens die historische Altstadt bis Fetscherplatz und Hauptbahnhof wieder möglichst wenn es geht,original wiedererrichtet.Weil Dresdens Innenstadt ehrlich gesagt eine ziemlich leblos langweilige Innenstadtin Bezug auf vergleichbare Städte hat,wo um ab 21 Uhr abends in der Regel die Bürgersteige hochgeklappt werden.Lebensqualität+Attraktivität=Note Fünf+.
    Ein Wiederaufbau würde bedeuten Wohnungen für mindestens 200000 Menschen und die damit verbundenen postiven Wirkungen auf die Stadt und ihrer Vita und den Tourismus.

    … schrieb Lars Michel am Mittwoch, dem 19.10.2011, um 23:31 Uhr.

  5. Herr Michel, ich gebe Ihnen in dem Punkt Recht, dass die Vorkriegsarchitektur von Dresden deutlich interessanter war, als das meiste, was nach dem Krieg auf den leergeräumten Flächen gebaut wurde. Aber bis wo wollten Sie das Rad der Geschichte zurück drehen, wenn Sie eins hätten – bis dahin, dass erneut die Bomben auf Dresden niederregnen, weil sich auch viele Dresdner für was besseres hielten und sich dem Krieg gegen angeblich minderwertige Völker nicht entgegenstellten sondern sich daran beteiligten? Ich betone noch einmal – ich sagte viele nicht alle. Aber alle hatten das Ergebnis auszubaden, nicht nur viele, dass der Krieg auch auf Dresden zurückschlug.

    Ich stelle Ihnen diese Frage, weil ich annehme, dass Sie nicht beabsichtigen, dass sich dieser Teil der Geschichte wiederholt. Aber was könnten Sie tun, dass es diesmal besser läuft? Meiner Meinung nach kann man die Wiederholung der Geschichte nur dann verhindern, wenn man aus Fehlern und durchlebten Zwängen lernt und zwar auch noch zu Zeiten, wenn die Zeugen des Holocoust nicht mehr leben. Dazu gehört meiner Ansicht nach auch, die aus den Zwängen der Nachkriegszeit und dem derzeitigen Lebensgefühl geborenen Geäude als Zeitzeugen für die Nachwelt zu erhalten – vielleicht nicht alle, aber doch soviel davon, dass nachfolgende Generationen Geschichte noch nacherleben und gegebenenfalls daraus lernen können, einschließlich der Frage “warum ? – konnte die schöne Vorkriegsbebauung in großen Teilen der Stadt nicht rekonstruiert werden”. Die Antwort auf diese Frage haben Sie ja selbst gegeben.
    Insofern halte ich es nicht für erstrebenswert existierende, intakte und genutzte Nachkriegsbauten abzureißen und durch Vorkriegsbauten nachempfundene Gebäude zu ersetzen.

    Die Frage wäre ja auch noch, ob überhaupt ausreichend Unterlagen und Reste existieren würden, um dies in einer dem Dresdner Neumarkt entsprechenden Qualität zu tun. Soweit ich weiß, sammelten am Dresdner Neumarkt nach der Sprengung der Ruinen die Dresdner die Kunstwerke von den Fassaden wenn möglich ein und etliches fand jetzt den Weg zurück an die neuen Fassaden. Auch am Neumarkt finden Sie aber etliche Bauten, die keine historischen Vorbilder haben weil zu wenige Unterlagen davon existierten, die sich aber mehr oder weniger an den umliegenden Leitbauten orientieren. Für meine Begriffe ist es schon schwer genug, in diesem für den historischen Wiederaufbau vorgesehenen Gebiet die Investoren dazu zu bewegen, mehr zu investieren, damit der Wiederaufbau möglichst originalgetreu wird oder wenigstens sich ins Ensemble der historischen Leitbauten einpasst.

    Außerhalb des Neumarkts haben Sie dann aber verstärkt das Problem, dass neue Bauten mit der Umgebung harmonieren sollten. Wie stellen Sie sich die Wiedererrichtung der Vorkriegsbauten in einem Gebiet mit völlig anderem Baustil vor – wieder alles Platt machen? Ein Beispiel für dieses Problem war ja auch der Neubau von Florana auf der Hauptstraße – hätte der mit den rechten oder mit den linken Nachbarn harmonieren sollen?

    Alles in allem bin ich auch dafür, dass in Dresden kein seelenloses Bauen mehr stattfindet, wie es ganz besonders nach der Wende in Dresden überhand genommen hat. Ich wäre auch dafür, dass extreme Bausünden wie die Schmetterlingshaltestelle am Postplatz oder die Fischreuse am Landhaus oder der Freßwürfelersatz wieder rückgängig gemacht werden. Aber Wohngebäude, die die Bewohner nach dem Krieg mit eigener Hände Arbeit aufgebaut haben, nachdem sie mit eigenem Schweiß die Trümmer weggeräumt hatten?

    Ganz so schlecht wie Sie würde ich die Lebensqualität in Dresden nicht einschätzen – um Mitternacht habe ich die Straßenbahn schon voller erlebt als am Tage – ohne freie Sitzplätze und auch kaum Stehplätze – nicht nur Touristen, die erschöpft in ihre Hotels zurückkehren.

    … schrieb Silvia Friedrich am Donnerstag, dem 20.10.2011, um 19:01 Uhr.

  6. Sehr geehrte Frau Friedrich ! Mir geht es wirklich nur um die Gestaltung der Stadt und nicht um die Aufarbeitung von Geschichte,die ja allbekannt ist und zu der ich auch gar nichts beitragen kann,da ich sozusagen ein DDR-Kind bin.Die Aufarbeitung der Geschichte überlasse ich den Historikern.Hier geht es mir aber darum,meine Sicht auf die Stadt Dresden als Bürger darzustellen,eventuelle ästhetische Mißstände aus meiner Sicht aufzuzeigen,um sie in eine positive Bahn eventuell durch Diskussion darüber lenken zu können.Und das möglichst unpolitisch.
    Lebensqualität aber wie von Ihnen zuletzt aufgeführt,beschränkt sich meines Erachtens nicht auf die Auslastung von Bussen und Bahnen.Da habe ich schon vollere erlebt.Lebensqualität meine ich als positiver Ausdruck einer lebendigen Innestadt,welcher sich auch in der Gestaltung von Häusern und Strassen,Geschäften,Restaurants,des geistigen und kulturellen Lebens im allgemeinen wiederspiegeln sollte.Davon ist die Alt-bzw Innenstadt von Dresden derzeit meilenweit entfernt.Grund sind die wohl nicht vorhandenen Häusern mit darin wohnenden Menschen,die es bis zr Zerstörung in Anno 1945 gegeben hatte.Menschen,die letztlich und dies ist aus meiner Sicht ganz wichtig zu betonen,die Kaufkraft für die umliegenden Geschäfte darstellen.Aber in Dresden werden in der Altstadt bis auf den Neumrkt etwas, keine Wohnungen errichtet,sondern nur Einkaufsgalerin und Hotels.Das kann auf die Dauer nicht gutgehen,wenn sich Urbanität ins Gegenteil verkehrt.
    Heute und hier möchte ich mich noch bei Herrn Wolfgang Hänsch entschuldigen wegen meiner Aussagen über den Kulturpalast,den er ja selber konstruiert hat.Das war aber Mitte der sechziger Jahre und heute haben wir eine völlig andere Situation um den “Kulti”.Deswegen schrieb ich auch nichts von “abreissen”,sondern von Versetzung des Kulturpalastes an einen heute geeigneteren Standort,zB Großer Garten oder an die Stelle des ehemaligen Heizkraftwerkes Mitte nach dessen Abriss.Dort würde er sich hervorragend einpassen und die Musikhochschule wäre auch gleich gegenüber.
    Aber im Moment halte ich die Sanierung der Königsbrücker Strasse für wichtiger.Was halten Sie von meiner Idee eines Tunnels von Albertplatz bis Olbrichtplatz für den Durchgangsverkehr,der ja über 80 % des Gesamtverkehrsaufkommens dastellt mit seinen permanenten negativen Auswirkungen auf die Neustadt ?Durch einen Tunnel würde die Neustadt auf Dauer verkehrs-,lärm-,und emissionsberuhigt und die Königsbrücker Strasse könnte man Anwohnergerecht gestalten mit breiten Fuß-und Radwegen als Boullevard mit vielen Bäumen und Sitzgelegenheiten vor den Cafes und Restaurants.

    … schrieb Lars Michel am Freitag, dem 21.10.2011, um 17:00 Uhr.

  7. Sehr geehrter Herr Michel,
    Sie fragen mich nach meiner Meinung zu Ihrem Vorschlag für einen Tunnel unter der Königsbrücker. Die von ihnen angeführten Vorteile hätte er zweifellos. Allein, ich glaube nicht, dass der Aufwand finanzierbar wäre, insbesondere angesichts fehlender Schulen und Kitas und einem enormen Sanierungsstau auf dem Gebiet und weiteren schon lange aufgeschobenen Wünschen wie Operette im Kraftwerk Mitte und Kulturpalastsanierung…
    Ausserdem, wo soll denn der unter der Königsbrücker entlanggeleitete Verkehr aufgefangen werden? Ich halte es für wichtiger, dass kein über den tatsächlichen Bedarf hinausgehender Straßenbau stattfindet und dass den alternativen ökologischen Verkehrsformen mehr Raum gegeben wird, damit eine Umverteilung der Verkehrsarten in Richtung ökologische Verkehrsformen stattfinden kann. Der Durchgangsverkehr ließe sich z.B. auch durch Bau von P+R- Parkplätzen und günstigen ÖPNV-Anschluß an den Parkplatz reduzieren. Auch das würde die Lebensqualität auf der Königsbrücker verbessern, wäre zudem kostengünstiger und nicht so risikobehaftet wie ein Tunnelbau durch bebautes Gelände. Auf der Waldschlößchenstraße und der Bautzner Straße gab es wohl etliche durch den Bau hervorgerufene Risse in den Häuserwänden. Nur leider hat der Stadtrat zuletzt mit dem vierspurigen Ausbau trotz prognostiziertem reduziertem Verkehr und trotz Erfordernissen eines Luftreinhalteplans genau das Gegenteil beschlossen.
    Was Ihre Vorschläge zum Kulti angehen – zunächst finde ich es nett, dass Sie sich bei Herrn Hänsch entschuldigen. Aber Ihre Vorschläge schaffen mehr neue Probleme als sie in der Lage wären zu lösen. Fängt damit an, dass Sie ein Denkaml abreißen wollen um es am Ort eines anderen Denkmals wieder auszubauen – ohne sich dazu zu äußern, ob sie es dann originalgetreu wieder aufgebaut hätten oder wie von der Stadt beschlossen, mit einem spezialisierten Konzertsaal statt dem von Herrn Hänsch eingebauten Multifunktionssaal. Damit hätte Sie schon mal auf einen Schlag zwei Denkmale gekillt und die Operette erneut perspektivlos gemacht. Und das alles nur, damit Sie den Neumarkt auch an der Stelle des Kulturpalasts wieder historisierend aufbauen können? Die Belebung der Innenstadt, der Restaurants auf dem Neumarkt hatte übrigens auch mit den Veranstaltungen im Kulturpalast zu tun.
    Ansonsten finde ich es auch einfallslos und nur am schnellen Geld orientiert, dass man bei Neubauprojekten nur von Hotels und Einkaufszentren hört und liest und kaum von Kulturinvestitionen.

    … schrieb Silvia Friedrich am Samstag, dem 22.10.2011, um 17:51 Uhr.

  8. Sehr geehrte Frau Friedrich ! Heute möchte ich nur mal kurz aus dem Stehgreiff aufzählen,was die Königsbrücker Strasse in Dresden-NEUSTADT alles an Verkehr momentan seit cika 100 Jahren oder mehr aufnimmt,weil sie es als einzige wichtige Süd-Nord Tangente aufnehmen muß.Addiert natürlich inklusive der in jüngster Zeit hinzu gekommenen Zubringpunkte unabhängig von ihrem für die Stadt Dresden/Umland und Europa ökonomischen Charakter.Aufzählung erfolgt der Einfachheit halber gemischt.Also da wären SIEMENS,BOSCH,EDEKA,Feuerwehr,Finanzamt,Polizei,AMD,INFINEON,Offiziersschule des Heeres,also Bundeswehr-Kaserne,die Stadt Klotzsche,Strassenbahn Linie 7 und 8,die JVA am Hammerweg,MDR,Amtsgericht,Sozialgericht,Archiv,Grundbuchamt,Militärhistorisches Museum,das Industriegebiet Industriegelände,sie ist Zubringer für die Waldschlößchenbrücke nach Richtung Bischofswerda,Stolpen,Bautzen,Görlitz;also für die Bundesstrasse 6,der wichtigste Zubringer für den Flughafen/ Aeroporto Dresden in Klotzsche sowie für die Flugzeugwerft in Klotzsche,für die Autobahn A4(Leipzig/Berlin) etc und es ist damit zu rechnen,das die Königsbrücker Strasse in Zukunft noch weitere Belastung erfahren wird ausser dem gewöhnlichen Pkw-Verkehr,der schon jetzt in Verbindung mit dem Strassen-Güterverkehr zuviel ist für die sich in einem sehr schlechten Zustand befindliche Königsbrücker Strasse.Verkehrstechnisch gesehen ist es zudem sowas wie russisches Roulette,sie zu benutzen,will man heil drüberkommen als Fußgänger oder Radfahrer.Ganz schlimm ist es natürlich für die Kinder.Da es so ist,würde ich als Bürger fordern um die Situation zu verdeutlichen,das man diese Strasse entweder total sperrt oder die Geschwindigkeit im derzeitigen nichtsaniertem Zustand auf Tempo 30 wie in geschlossenen Wohngebieten ab sofort begrenzt.Da dies wohl nicht möglich sein wird,da sich noch zu wenige Bürger für das Thema interessieren,meine ich,sehr gute Argumente für einen Tunnel aufgezeigt und genannt zu haben,der den hier geschilderten Durchgangsverkehr von Süd nach Nord und umgekehrt auf Dauer an der Neustadt unsichtbar ohne Lärm,ohne Abgase,ohne Verkehrsgefährdung für Fußgänger,Radfahrer,Kinder und ohne lästige Dauerstaus auf der Strasse harmonisch fließend unabhängig von der jahreszeitlichen Witterung vorbeiführt und die Königsbrücker Strasse zu einer reinen Anwohnerstrasse macht,die dann nur noch von der Feuerwehr,Sanitätswagen,Rettungshubschrauber,Polizei,Bundeswehr bei Übungen,Strassenbahn,Bussen,Taxis,Anwohnern,Lieferverkehr für die Geschäfte,Motorradfahrer,Mopeds,Elektroautos sowie Kindern,Fußgängern und Radfahrern benutzbar wäre und mit einem verbreitetem Fußweg einen Boulevard für Einkäufe,also zum Shoppen und zum Flanieren eine !fast!reine Anwohnerstrasse darstellen würde.
    Und dadurch käme die Königsbrücker Strasse auch auf die derzeit viel diskutierten 4 Fahrspuren.Nämlich 2(oder jeweils 2 pro Röhre unten im Tunnel von Albertplatz bis Olbrichtplatz für durchgehenden fließenden Durchgangsverkehr und 2 Fahrspuren oberhalb.

    … schrieb Lars Michel am Sonntag, dem 23.10.2011, um 19:17 Uhr.

  9. Was meinen Sie ? Ich würde mich auch freuen,wenn das hier auch mal jemand von den “Bündnis 90/Grünen” oder anderen Stadräten ließt.Es ist ein Diskussionsvorschlag mit dem Ziel,das Thema “Sanierung der Königsbrücker Strasse” ein für alle Mal einwohner-und strassentechnisch-umweltverträglich in Hinsicht auf die zukünftigen Belastungen gelöst zu bekommen.
    Für die Planung und Realisierung rechne ich mit einer Zeitdauer ab jetzt/heute bei Einigung über das Thema im Stadtrat mit 2 Jahren.Also Tunnel und Strasse oben wären Ende 2013/Anfang 2014 fertiggestellt für den Verkehr.Und zu rechnen wäre mit einer Investitionssumme von cirka 900 Millionen Euro.Diese Summe wäre das Vorhaben auch wert.Dazu förderfähig durch den Bund,das Land Sachsen,die Stadt Dresden,die Europäische Union und Geld käme wahrscheinlich auch von der Bundeswehr über das Verteidigungsministerium bzw der NATO,da sie ja wegen dem militärhistorischen Museum und den Bundeswehrstandorten an solchem Projekt partizipieren würden.Den MDR und angeschlossene GEZ als Beitragspflichtige Zahler am Projekt will ich nicht vergessen,damit die Gebührenbeiträge der Hörer-/innen und Fernsehzuschauer-/innen des MDR auf Dauer auch richtig angelegt sind.Alles in allem vielleicht ein Projekt,was die Stadt Dresden selber gar nicht soviel kosten würde.

    … schrieb Lars Michel am Sonntag, dem 23.10.2011, um 19:38 Uhr.

  10. Ich glaube nicht, dass Sie mit derartigen Utopien bei den Grünen an der richtigen Adresse sind. Jedenfalls achten die doch meiner Erfahrung nach ziemlich auf Realisierbarkeit von Vorschlägen.

    Anhänger finden könnten Sie möglicherweise bei CDU, FDP, Bürgerfraktion und NPD, die letztens einen Stadtratsbeschluß zur vierspurigen Königsbrücker zustande bekamen. Der ist völlig sinnlos und unfallträchtig, aber dabei teurer als der letzte von 2006 und die Kompromissvariante des Ersten Bürgermeisters. Nach Ansicht von Verkehrsexperten und der Stadtverwaltung verstößt der gegen Gesetze und ist deshalb voraussichtlich nicht genehmigungsfähig und spart vor allem die Fördermittel für die dringend sanierungsbedürftige Straßenbahn. Bei denen geht das offenbar noch mit politischem Willen zu mehr Verkehr, koste es was es wolle. Allerdings, wenn Sie 900 Mio.€ Fördermittel so einfach aus dem Ärmel schütteln können, obwohl dank diverser Krisen alles eingespart wird – vor allem Fördermittel für die umweltfreundlichen Verkehrsarten und was sonst noch so der Lebensqualität dienen könnte – dann würde die CDU möglicherweise dann doch eher auf den Elbtunnel unter dem Blauen Wunder drängen, so schön schief durchs FFH-Gebiet und unter den Häusern den Elbhang hoch. Dabei war denen schon der Elbtunnel an Stelle der Waldschlösschenbrücke zu teuer (nach ihren eigenen Berechnungen) und zu steil und die WSB sollte das Problem Stau am Blauen Wunder lösen!

    Was von deren Versprechen zu halten ist, die die Stadt gar nicht soviel kosten, kann man am Waldschlösschen auch gut erkennen. Die Brücke kostet inzwischen 181 Mio. Euro und sollte dank der Fördermittel von 96% so gut wie geschenkt sein. Jetzt geht die Stadt selber vor Gericht, weil sie die dank eigener Planungsfehler enststandenen Mehrkosten den Erbauern der Brücke nicht bezahlen will. Vielleicht verzögert das ja noch die Fertigstellung, bis das Geld für die Sanierung der Anschlüsse in der Altstadt da ist.
    Und um mal auf das eigentliche Thema, den Kulturpalast, zurückzukommen – dort wurden für den Umbau Fördermittel in Aussicht gestellt, von denen völlig unklar ist, ob die überhaupt fließen können…

    … schrieb Silvia Friedrich am Montag, dem 24.10.2011, um 15:21 Uhr.