Kulturpalast: Volkshauscharakter wird bewusst aufgegeben

Sonntag, 3. Juli 2011

Eine Pressemitteilung von Dresdens Erben

Nach Prüfung verschiedener Unterlagen zum Umbauprojekt Kulturpalast bestätigt sich die Ansicht des Vereins Dresdens Erben, dass nicht nur das Denkmal Kulturpalast in seiner baulichen Gestalt beschädigt wird, sondern auch der Volkshauscharakter des Hauses komplett aufgegeben wird.

Entgegen der Beteuerungen der Entscheidungsträger verliert der Kulturpalast seine Multifunktionalität zugunsten einer festgelegten Nutzungsstruktur. Das Zusammenspiel einer freien kreativen Raumnutzung um den Mehrzwecksaal mit demselben – die Gestalt gewordene Funktion – wird aufgegeben zugunsten struktureller Verfestigungen: dem klassischen Konzertsaal und der Bibliothek.

Der Kulturpalast verliert seine soziokulturelle Bedeutung und wandelt sich vom Volkshaus in eine Bibliothek mit Konzertsaal. Dies stellt eine Verstümmelung seines kulturgeschichtlichen Wertes dar, deretwegen er neben den architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Der Umbau verletzt deshalb in hohem Maße den Denkmalstatus des Gebäudes und die schöpferische Idee des federführenden Architekten Dr. Wolfgang Hänsch.

„Nach wie vor plädieren wir für die denkmalgerechte Sanierung des Hauses bei Erhalt des jetzigen Mehrzwecksaals und dessen akustischer Ertüchtigung,“ sagte Jana Knauth. „Die politischen Entscheidungsträger versagen, wenn sie den Wert des Hauses nicht erkennen wollen. Grundsätzlich ist hier eine falsche Entscheidung getroffen worden, die zudem noch ohne jegliche Beteiligung der Bürger zustandegekommen ist,“ so die Vereinsvorsitzende abschließend.

Hinweis: Die heute veröffentlichte umfangreiche Chronik stellt die Widersprüchlichkeiten im Umgang mit dem Kulturpalast, insb. hinsichtlich seiner Bedeutung als Denkmal der Architektur der Nachkriegsmoderne, ausführlich dar.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 03.07.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Stadtrat: 2004 wurd die Sanierung und akustische Ertüchtigung des Kulturpalastes beschlossen. 2008 wurde der Umbau beschlossen. 2011 sollte man wieder die Sanierung beschließen. Dann sind alle zufrieden. Wenn es 2008 so einfach war, wird es 2011 auch einfach gehen.

    … schrieb anonym am Dienstag, dem 02.08.2011, um 22:58 Uhr.