Die Stadt hat Alternativen

Freitag, 8. Juli 2011

eine Presseinformation des
Förderverein Konzerthaus-Stiftung Dresden e.V.

Am 5. Juli wurde in Leipzig die Urheberrechtsklage von Dr. h.c. Wolfgang Hänsch, dem Erbauer des Kulturpalastes, verhandelt. Das Gericht bestätigte den urheberrechtlichen Anspruch, der sich auch auf den Festsaal bezieht. Die Argumente der Stadt Dresden, vertreten durch Roland Müssig, Hochbauamt, während der Verhandlung, eine „Sanierung des Festsaales“ in seiner jetzigen Form sei „ausgeschlossen“, widersprechen der eigenen Vorlage der Stadt Dresden vom März 2011, wo diese Möglichkeit mit einem Kostenaufwand von rund 75 Millionen € dargestellt war. Auch der Stadtratsbeschluss von 2004, der bisher verschwiegen wird und durch einen nachträglichen Beschluss von 2008 ersetzt wurde, sah eine Sanierung des Kulturpalastes einschließlich des Festsaales mit akustischer Ertüchtigung vor. Warum sollte dies nunmehr aus der Sicht von 2011 „ausgeschlossen“ sein? Das müsste Herr Müssig dringend schlüssig begründen.

Das Gericht wird nun selbst die Fakten zu prüfen haben, die zur Entscheidung am 6. September führen können. Es gibt Alternativen, die nicht nur den Rechtsstreit überflüssig machen, sondern sich noch dazu preiswerter gestalten und außerdem der Meinungsmehrheit der Dresdner entsprechen. Über die Fakten kann man sich ausführlich unter www.kulturpalast-retten.de informieren.

Das Landgericht hat das Urheberrecht für den gesamten Kulturpalast einschl. Festsaal bestätigt. Die Stadt hat nun Zeit, über Alternativen zu befinden. Sie kann z.B. prüfen, ob die Bibliothek auch ohne Zerstörung des denkmalgeschützten Festsaales integriert werden kann, oder sie entwickelt eine andere Lösung für die sg. Tagesnutzung (z.B. Galerie der Moderne für internationale Wechselausstellungen).

Der Förderverein Konzerthaus-Stiftung Dresden e.V. (FV) wird sich weiter für die Umsetzung seines Ziels einsetzen, ein international attraktives neues Konzerthaus für die Stadt zu initiieren, eine Aufgabe, die seit Richard Wagner (bis 1849 Hofkapellmeister in Dresden), dessen 200. Geburtstag 2013 zu würdigen ist, von vielen namhaften Musikern immer wieder angemahnt wird.

Es existiert eine bereits 2008 ausgearbeitete Machbarkeitsstudie, die das Konzerthaus mit einem Konzertsaal mit 1800 Plätzen und einem Kammermusiksaal mit 400 Plätzen vorsieht. Ein Betreiberkonzept wird derzeit vom FV in Auftrag gegeben. Der FV ist überzeugt, dass ein Konzerthaus für Dresden zur Entwicklung dieser Stadt zu einer ihrem Potenzial entsprechenden Musikmetropole von internationalem Rang, von größter – auch wirtschaftlicher – Wichtigkeit ist.

Prof. Wilfried Krätzschmar, Vizepräsident der SAK und Stellv. Vorstand des Fördervereins Konzerthaus-Stiftung Dresden e.V., erklärt: „Als Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden habe ich mich seinerzeit gegen alle Bedenkenträger und Vorbehalte für den Bau eines Konzertsaales an der Hochschule eingesetzt. Dieser Hochschul-Saal ist inzwischen zu einem bewährten kulturellen Anziehungspunkt geworden und lückenlos ausgebucht. Alle Vorbehalte haben sich als nichtig erwiesen. Aus dieser Erfahrung heraus setze ich mich gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten für den Neubau eines Konzerthauses für Dresden ein und bin gewiss, dass dieses Vorhaben zu noch unvergleichbar höherem Erfolg führen wird zum Wohle der Stadt.“

Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.07.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Seit Richard Wagner wird ein Konzerthaus für Dresden gefordert. Wir sollten es endlich hinbekommen und den schönen Kulturpalast erhalten. Er ist ein Meisterwerk der Baukunst.

    … schrieb anonym am Dienstag, dem 02.08.2011, um 22:52 Uhr.