Netzwerk für verantwortungsvollen Hochwasserschutz (NVH) gegründet

Mittwoch, 13. April 2011

Bereits am 2. April 2011 trafen sich Vertreter mehrerer sächsischer Bürgerinitiativen und Vereine, die sich für einen verantwortungsbewussten und nachhaltigen Hochwasserschutz einsetzen, im Volkshaus Dresden-Laubegast. Dabei wurde der gemeinsame Zusammenschluss, das „Netzwerk für verantwortungsvollen Hochwasserschutz“ (NVH), gegründet.

Die Initiativen aus Dresden, Halle, Olbernhau und Roßwein fordern einen natürlichen Hochwasserschutz durch Wasserrückhalt in der Fläche sowie durch Renaturierungsmaßnahmen. Gleichzeitig lehnen sie das vom Freistaat Sachsen forcierte Einbetonieren der Flüsse ab.

Neben einem Austausch von Informationen und einem gemeinsamen koordinierten Vorgehen, gehört die verstärkte Einbeziehung der Bürger bei Großbauprojekten wie Flutmauern zu den zentralen Punkten der Agenda des Netzwerkes. Die bisherigen Erfahrungen in Sachsen haben gezeigt, dass die gängigen Formen der Bürgerbeteiligung unzureichend sind. Vor allem müssen die Betroffenen frühzeitiger, noch bevor die ersten Planungen erstellt werden, in der Phase der Aufgabenstellung, in einem informellen und ergebnisoffenen Prozess in die Projekte einbezogen werden.

Ziel ist es, sowohl den Bürgern als auch den verantwortlichen Entscheidungsträgern in den Kommunen – in denen demnächst Hochwasserschutzprojekte oder andere technische Hochwasserschutzlösungen angeboten werden – über das Netzwerk (NVH) eine Plattform zu bieten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Schließlich fordert das Netzwerk die in erster Linie beteiligten Kommunen dazu auf, es der Stadt Dresden gleichzutun und gegenüber der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) die Bürgerbeteiligung vor Planungsbeginn einzufordern und zusätzlich die Ergebnisübernahme vertraglich zu sichern.

Die Mitglieder des Netzwerks:

    Initiative für einen bürger- und umweltfreundlichen Hochwasserschutz (IBUH)
    Dresdens Erben e.V.
    Interessierte Bürger Hochwasserschutz Olbernhau
    BUND Regionalgruppe Dresden
    Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale e.V. (AHA)

Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.04.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hm, in Dresden läuft leider auch nicht alles glatt. Zwar haben wir in Laubegast grade wirklich einen interessanten Prozeß, der auch sehr gut läuft, aber es steht noch nicht fest, ob die Bürger nach dem 3. Forum automatisch raus sind oder ihre Forderungen nach Weiterbeteiligung durchsetzen können.

    Im Gegensatz dazu stehen eigentlich sämtlich vorangegangenen Hochwasserschutzunterfangen: Pieschen, Stetzsch. In Zukunft vielleicht auch noch Übigau und Kaditz???

    Also Augen auf! Und dem Netzwerk gute Erfolge!

    … schrieb J. Feld am Donnerstag, dem 14.04.2011, um 23:43 Uhr.