Aufgelesen

Dienstag, 12. April 2011

von Eduard Zetera

Am 07.04.2011 sind in der Presse gleich zwei interessante Artikel erschienen, welche sich mit dem geplanten Umbau des Kulturpalasts auseinandersetzen.

Die Zeit lässt Wolfgang Hänsch zu Wort kommen und kommentiert unter dem Titel „Kulturpalastkampf“ die Dresdner Art des Umgangs mit der Nachkriegsmoderne kritisch:

Dabei muss der Kulturpalast dringend saniert werden. 2012 läuft seine Betriebsgenehmigung aus, weil er die Brandschutzvorgaben der neuen Zeit nicht erfüllt. Wäre der Bau barock – man hätte ihn wohl längst gerettet. Dresden aber, scheint es, wählt zwischen seinen Vergangenheiten.

Die SZ führt ein Interview mit Friedrich-Wilhelm Junge. Er beklagt, dass Dresden bereit ist, „Millionen für einen drittklassigen [Fußball-] Verein“ zu spendieren, aber nicht in der Lage ist, für zwei Weltklasse-Orchester eine tragfähige Lösung zu schaffen. Friedrich-Wilhelm Junge ist nicht überzeugt von den aktuellen Kostenschätzungen, welche den Umbau machbar erscheinen lassen:

Man will uns einreden, das mit den 70 Millionen hinkriegen zu können. Dass es mal über 100 Millionen kosten wird, ist schon jetzt klar. Traue niemandem, der bei Geld-Versprechungen nicht in der Haftung ist. Der Finanzbürgermeister muss nicht haften. Keiner. Wessen Geld wird benutzt? Meines! Und darum erhebe ich meine Stimme. „Lege den Finger auf jeden Posten, prüfe die Rechnung. Du musst sie bezahlen“ – Bertolt Brecht.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.04.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Endlich ein überregionaler Beitrag zum Kulturpalast-Umbauplan in DIE ZEIT. Wenn in Deutschland Baudenkmäler beschädigt werden sollen, geht das alle an. Und wenn dafür noch alle Steuerzahler die Kosten mittragen sollen – denn 35 Millionen € sollen aus EU-Mitteln kommen – dann erst recht.

    Die Meinung von Künstlern ist wichtig. Friedrich-Wilhelm Junge und ein paar wenige haben sich vorgewagt. Wo bleiben all die vielen anderen?

    … schrieb A. Schmidt am Donnerstag, dem 14.04.2011, um 07:07 Uhr.