Umbaupläne erscheinen zu glatt

Sonntag, 27. Februar 2011

Ein Beitrag von Dresdens Erben

Kulturpalast Dresden: Darstellung der Stadt läßt viele Fragen offen

Nach Überprüfung der Aussagen der Pressekonferenz der Stadt Dresden vom 23.2.2011 stellt der Verein Dresdens Erben e.V. folgendes fest:

Auf den ersten Blick scheint das vorliegende Projekt um Schwachstellen bereinigt und besser geordnet. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß die Gesamtkonzeption nicht schlüssiger wird. Nach wie vor achten der Umbaubeschluß von 2008 und die vorgelegte Planung weder den Denkmalstatus noch das Urheberrecht.

Grundlegend mangelt es dem, was der Öffentlichkeit präsentiert wurde, an Transparenz:

  • Die Kostendarstellung läßt an der Seriösität des Gesamtprojekts zweifeln. Wer eine so absurde Rechnung aufmacht, bei der für eine Sanierung die gleichen Kosten wie für einen Komplettumbau erscheinen, hat die Pflicht, die angesetzten Kriterien im Detail aufzuführen. Der Verdacht liegt nahe, dass hier Birnen mit Äpfeln verglichen werden.
  • Über den wichtigsten Aspekt bei der Errichtung eines hochwertigen Konzertsaals wird kein Wort verloren: Die Akustik. Es muß allen klar sein, dass der Weinberg-Saal per se noch keine Spitzenakustik garantiert. Eine Entscheidung für das Umbauprojekt zu fällen, bevor der aufwändige Nachweis am Modell geführt und den geprüften Maßnahmen zur akustischen Ertüchtigung des vorhandenen Saales gegenübergestellt worden ist, triebe die Reihe der Fahrlässigkeiten an diesem Projekt auf die Spitze.
  • Es ist nicht einzusehen, warum der gut funktionierende, die Gesamtkomposition des Baudenkmals bestimmende und in seinem Interieur unverwechselbare Mehrzwecksaal unbedingt einem Weinberg-Saal weichen soll. Allein auf dessen Neuheitswert kann man ein halbes Jahrhundert nach Eröffnung von Scharouns Berliner Philharmonie und den vielen Abkömmlingen weltweit heute wahrlich nicht mehr setzen.

Jana Knauth, Vereinsvorsitzende: „Wir fordern die Verantwortlichen auf, die angesprochenen Mängel aufzuklären und die Öffentlichkeit nicht nur mit schönen Bildern zu täuschen.“

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.10.2012 aktualisiert.
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