Umbaupläne für Kulturpalast berücksichtigen Denkmalschutz

Samstag, 26. Februar 2011

Pressemitteilung der
bündnisgrünen Stadtratsfraktion

Die jetzt vorgelegten modifizierten Pläne für den Umbau des Kulturpalastes rufen bei der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Dresdner Stadtrat ein positives Echo hervor. Der Sprecher für Stadtentwicklung Thomas Löser begrüßt, dass nun „denkmalschützerischen Aspekten ein wesentlich höherer Stellenwert eingeräumt wird.“

Sowohl die Fassade als auch der Eingangsbereich bleiben demnach erhalten. Die Emporen werden gemäß dem ursprünglichen Raumkonzept behutsam denkmalgerecht saniert. Auch die Bronzetüren und die als Zeitzeugnisse wichtigen Wandgemälde gehen im sanierten „Kulti“ nicht verloren.

Thomas Löser: „Der Kulturpalast als ein wichtiges Zeugnis der Dresdner Nachkriegsmoderne verdient einen behutsamen Umgang aber auch eine funktional zukunftsweisende Entwicklung.“

In diesem Zusammenhang bedauern die GRÜNEN allerdings die Auseinandersetzung der Stadt mit Wolfgang Hänsch, einem der bedeutenden Architekten der Dresdner Nachkriegsmoderne.

„Die Stadt muss sich fragen lassen, ob die Urheberrechtsklage durch Wolfgang Hänsch hätte vermieden werden können. Ein deutlicheres und früheres Bekenntnis der Stadt zu wichtigen Dresdner Bauten der Nachkriegsmoderne und eine stärkere Einbeziehung der Dresdner in den Diskussionsprozess hätte hier vielleicht Wunder wirken können.“ so Stadtrat Thomas Löser.

Löser abschließend: „Es wird Aufgabe der Lenkungsgruppe sein, auf die Einhaltung der Denkmalsschutzbelange und der Kosten mit Argusaugen zu achten.“

Dieser Artikel wurde zuletzt am 01.03.2011 aktualisiert.
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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ihr nun wieder … eure Argumente sind weder sozial noch basisdemokratisch. Das sind Investorensprüche, die Ihr bei anderen heftigst kritisiert. Mit Riesenaufwand wird ein Teil der Hochkultur glücklich gemacht.

    Irgendwie seltsam, hier stehen noch die Pressemitteilungen von “Dresden Erben”. Gibts für die jetzt Krokodilstränen?? Und Bronzetüren. Ach ja und immer schön die Argusaugen offen halten!

    … schrieb argusauge am Samstag, dem 26.02.2011, um 19:36 Uhr.

  2. Ich finde es auch gut, dass der Denkmalschutz mehr berücksichtigt wird als vorher. Aber solange der einmalige Mehrzwecksaal mit Stadthallenfunktion einem spezialisierten Konzertsaal geopfert wird, ist meiner Ansicht nach dem Denkmalschutz nicht ausreichend genüge getan.

    An der Stelle verstehe ich die Grünen nicht, dass sie sich nicht endlich von einem Stadtratsbeschluss distanzieren, der wenige Tage vor der unter Denkmalschutzstellung des Kulturpalastes gefallen ist. Der Mehrzwecksaal ist das Herz des Kulturpalastes, seine Kernfunktion. Und wenn der akustisch ertüchtigt werden kann, gibt es für mich keinen Grund, die Wirtschaftlichkeit des Kulturpalastes infrage zu stellen, indem die bisherigen Hauptnutzer, die Veranstalter und Gäste der Unterhaltungsbranche, in die Messe verdrängt werden. Eher würde ich nach der spezialisierten Ertüchtigung eines der Säle für die Philharmonie streben, in denen die Philharmonie ihr Ausweichquartier während des Umbaus finden wird.

    Für mich wäre die Messe keine Alternative – auch mit Bahn und Fähre ist die Messe ungleich schlechter verkehrstechnisch angebunden als der Kulturpalast. Mal abgesehen davon fehlt dort auch das Ambiente der historisch wieder aufgebauten Altstadt mit seinen vielen gastronomischen Einrichtungen in denen man am Kulturpalast ein kulturelles Erlebnis nachklingen lassen konnte. Und den vielen gastronomischen Einrichtungen der Altstadt werden möglicherweise die Gäste fehlen, die vorher die U-Musik im Kulturpalast bescherte.

    Mal abgesehen davon halte ich die Kosten für den Umbau für untertrieben. Bisher habe ich keine glaubwürdige Antwort auf die Frage erhalten, wie denn die Sicherheit der Konzertgäste bei einem möglichen Brand in der Bibliothek gewährleistet wäre und inwiefern Konzertsaal und Bibliothek akustisch entkoppelt sind. Die Bilder von der brennenden Bibliothek in Weimar waren für mich sehr beeindruckend. Die Vorstellung in einem solchen Falle im Konzertsaal daneben gefangen zu sein, würden mich mit einem sehr unguten Gefühl in Konzerte im Kulturpalast gehen lassen. Und jede Maßnahme, Brände zu verhindern bzw. dabei die Sicherheit der übrigen Gäste zu gewährleisten, treibt die Kosten für die brandschutzgerechte Ausstattung in die Höhe.

    Ich wünsche der Urheberrechtsklage von Herrn Dr. Hänsch viel Erfolg.

    … schrieb Silvia am Sonntag, dem 27.02.2011, um 11:08 Uhr.