Aufruf: Kulturpalast erhalten!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Am 6. Oktober 2010 brachte der Verein Dresdens Erben e.V. gemeinsam mit dem Chef der Konzert- und Kongreßgesellschaft KKG Volker Schmidtke in einem symbolischen Akt die Denkmalplakette am Kulturpalast Dresden an und startete den Aufruf zur Erhaltung des Gebäudes.

Vereinsvorsitzende Jana Knauth dazu:

„Anläßlich des heutigen 41. Jahrestages der Eröffnung des Kulturpalastes Dresden, erhält er das sichtbare Zeichen eines Baudenkmals. Als solches wurde das Haus im Jahre 2008 in die Sächsiche Denkmalliste eingetragen. Unbestritten sollte mittlerweile sein, daß wir es hier mit einem Baudenkmal besonderer Güte zu tun haben. Es lohnt sich, dieses Haus auch und vor allem in seiner Gesamtheit mit seinen inneren Werten zu betrachten und zu erhalten. Schaut man sich die Bauten der Nachkriegsmoderne in Deutschland an, weist der Kulturpalast in Dresden trotz verschiedener Veränderung dennoch eine funktionale Gesamtheit auf, wie kaum ein anderes Gebäude aus dieser Zeit. Hinzu kommt die soziokulturelle Bedeutung – alle gesellschaftlichen Schichten finden sich in dieses Haus – es ist die Stadthalle Dresdens im Zentrum der Stadt.“

Die im Anschluß auszugsweise vorgetragene Denkmalbegründung des Landesamstes für Denkmalpflege in Sachsen unterstrich eindrucksvoll den Wert des Hauses.

Daß alles geht, wenn man nur will, zeigt das jüngste Beispiel aus Eisenhüttenstadt. Erst am 8. September 2010 wurde dort der „Aktivist“ wieder eröffnet. Sorgsam restauriert und liebevoll ausgestattet, erfährt das Gebäude nun eine Nutzung als Großraumbüro.

Bisher fehlt in Dresden der politische Wille, sich der Nachkriegsmoderne anzunehmen, nicht nur beim Kulturpalast. Dieser Mißachtung sind trotz Widerstandes bereits der „Freßwürfel“ und das Centrum-Warenhaus sowie das Erscheinungsbild der Prager Straße zum Opfer gefallen.

Um zu zeigen, wie wichtig den Dresdnern auch diese Epoche, ihr Erleben dieser Zeit ist, rufen Dresdens Erben alle Bürger auf, sich für ihren Kulturpalast einzusetzen und wenn nötig mit Dr. hc. Wolfgang Hänsch den letzten Schritt einer Urheberrechtsklage zu gehen und ihn dabei zu unterstützen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.12.2010 aktualisiert.
Sie können den Artikel als .pdf-Datei speichern ...
Gern können Sie auch diesen Artikel weiterempfehlen ...