Umgang mit gefährdeter historischer Bausubstanz

Montag, 5. Juli 2010

Eine aktuelle „Stellungnahme zum Umgang mit gefährdeter historischer Bausubstanz in Halle“ des dortigen Arbeitskreis Innenstadt e.V. zeigt sehr plastisch, welchen Entwicklungen mit den derzeitigen Bestrebungen zur Novellierung des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes auch hierzulande der Boden bereitet werden soll.

In der Stellungnahme aus Halle heißt es:

Über viele Jahre hat die Stadtverwaltung dem Verfall an vielen Stellen weitgehend tatenlos zugesehen und sich hinter den Hinweis auf die Verantwortung der Eigentümer zurückgezogen. … Bei einer so öffentlich demonstrierten Machtlosigkeit der Verwaltung mussten verantwortungslose Eigentümer wenig befürchten. Eine solche Haltung ist höchst ungerecht den vielen anderen gegenüber, die durch gelungene Sanierungen unser Stadtbild in den letzten Jahren entscheidend zum Positiven verändert haben. … Eine Strategie der bewussten Vernachlässigung durch Eigentümer würde so zum Erfolg führen, mit schlimmen Folgen für das hallesche Stadtbild. Ebenso verheerend wäre das Signal, das Hauseigentümern damit gegeben würde.

An diesem Beispiel kann man zweierlei sehr gut erkennen:

  • Die Verantwortung für ein Baudenkmal hat letztendlich immer der Eigentümer. Das ist auch gut so. Nur mancher Eigentümer will auch an § 14 (2) des Grundgesetzes erinnert sein, der da lautet: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
  • Die Verantwortung für das Stadtbild hat letztendlich immer die öffentliche Verwaltung. Das ist auch gut so. Nur muss sie diese auch wahrnehmen. Und da hilft es auch nicht, sich hinter Gesetzen, Verordnungen oder auch der Verantwortung der Eigentümer zu verstecken.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.12.2010 aktualisiert.
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