Musikmetropole Dresden

Donnerstag, 15. Juli 2010

eine Denkschrift
von Wilfried Krätzschmar

Prof. Wilfried Krätzschmar, Komponist, ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, ist Ehrensenator und war Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, er war Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland, Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates und Präsident des Sächsischen Musikrates.

Verbunden mit dem unten stehenden Anschreiben wurde seine Denkschrift „Musikmetropole Dresden – Argumente zu einem Leitbild“ (.pdf-Datei, 1.697 kB) an verschiedene Entscheidungsträger in der Stadt Dresden und im Freistaat Sachsen versendet.

Mit Freude und Genugtuung haben wir das zwanzigjährige Jubiläum des Mauerfalls begehen können. Und mit berechtigtem Stolz ist auf vieles zu schauen, was in diesen zwanzig Jahren im Freistaat Sachsen und in der Landeshauptstadt Dresden geleistet werden konnte.

Gleichwohl stehen auch weiterhin zahlreiche Aufgaben zur Gestaltung unseres Gemeinwesens an, die zum Teil beträchtliche Anstrengungen erfordern und – nicht zuletzt unter den schwieriger werdenden äußeren Bedingungen – ein produktives gemeinsames Handeln verlangen.

Die kritische Prüfung dieses Zusammenwirkens der Verantwortung tragenden Ebenen, Gremien und Mandatsträger zeigt einen unbefriedigenden Entwicklungsstand und lässt erkennen, dass Ressourcen brachliegen und Verluste entstehen.

Das gab mir Anlass, zentrale Grundeinsichten, die in nächster Zeit von existentiellem Gewicht sein werden, in kurzer Form zusammenzufassen. Ich erlaube mir, Ihnen hiermit diese kleine Denkschrift zu übersenden. Sie ist von Sorge getragen, vor allem aber von der Überzeugung zur Notwendigkeit mutigen Handelns sowie von dem grundsätzlichen Optimismus, die Dresdner und die Sächsischen Dinge zum Guten zu treiben.

Sie mögen diese Gedanken bitte wohlwollend zur Kenntnis nehmen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.10.2012 aktualisiert.
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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nun also die Marke Musikstadt Dresden – am besten weltweit vertrieben.

    Die Denkschrift des Autors liest sich wie das Konzept einer trendigen Unternehmensberatung. Die beliebtesten Begriffe dieses Marketing-Sprechs sind Strategie, Ressourcenbündelung und Synergien.

    Die gute Absicht des Autors steht außer Frage. Nicht er hat den inflationären Gebrauch von Erkennungsmarken erfunden, Professor Krätzschmar übernimmt ihn allerdings unkritisch. Eine etablierte Marke verlangt Markenmanagment. Markenmanagement und -führung aber sind zuerst ökonomisch ausgerichtet. Dem geschaffenen Leitbild werden letztlich auch Lebendigkeit und Eigenständigkeit musikalischer Ausdrucksformen untergeordnet.

    Die Notwendigkeit von Vermarktung ist unstrittig. Aber das in der Denkschrift geforderte Marketing schafft durch ein “besonderes Interesse” eine Art von Einflussmöglichkeit, die die gewachsenen Strukturen des Dresdner Musiklebens in jede Richtung verändern kann. Die Folgen müssen nicht zwangsläufig positiv sein.

    Im Zweifel gilt: Marke essen Seele auf.

    … schrieb roderic am Samstag, dem 17.07.2010, um 16:20 Uhr.

  2. Keine Frage, Prof. Krätzschmar hat recht. Es muss etwas getan werden, damit all das, was Dresden musikalisch zu bieten hat, der breiten und internationalen Öffentlichkeit vermittelt werden kann. Die Staatlichen Kunstsammlungen machen es vor. Wenn sie etwas Bedeutendes zu präsentieren haben, dann wird dies strategisch vorbereitet. Und so kommt die internationale Medienwelt angereist, wie wir es gerade mit der Eröffnung des Albertinums erleben konnten.

    … schrieb A. Schmidt am Donnerstag, dem 22.07.2010, um 20:51 Uhr.