Die Welterbeirrtümer der Helma Orosz

Mittwoch, 27. Mai 2009

Pressemitteilung des Vereins
Bürgerbegehren Tunnelalternative am Waldschlößchen e.V.

Bezug nehmend auf das Interview mit OB Helma Orosz in der SZ vom 26.05.2009 stellt die Dresdner Welterbebewegung fest:

Die Behauptung, „ein Tunnel ist aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig“, ist fachlich falsch. Mehrere unabhängige juristische Gutachten kommen einhellig zu dem Schluss, dass das Verwaltungsgericht Dresden dies im gesamten Urteil nicht formuliert hat. Ein Tunnel ist rechtlich durchaus genehmigungsfähig. Diese Behauptung ist politisches Wunschdenken. Sie dient dazu, im Nachhinein den Bau der Brücke als unumgänglich darzustellen und die UNESCO mit der selbst geschaffenen Macht des Faktischen unter Druck zu setzen.

Die Behauptung, die UNESCO hätte Dresden „schlecht behandelt“, ist nicht zutreffend. Die UNESCO war jederzeit zu substantiellen Gesprächen bereit. Die Stadt Dresden hat eigenmächtig das Mediationsverfahren mit der UNESCO abgebrochen. Zu keiner Zeit hat die Stadt Dresden die von der UNESCO seit drei Jahren geforderte – und technisch nachweislich mögliche – Tunnelvariante ernsthaft in Betracht gezogen.

Die Behauptung, „Brücke und Welterbe sind vereinbar“, ist grotesk und zeugt von einem gespenstischen Realitätsverlust. Nicht nur, dass Helma Orosz damit jede fachliche Aussage der UNESCO negiert. Nach dieser Logik kann in Zukunft jeder weltweit nach eigenem Ermessen festlegen, was welterbeverträglich ist und was nicht.

Die Behauptung, „die Brücke ist nur ein winziger Abschnitt im Welterbegebiet, der Rest bleibt unberührt“, zeigt, dass Helma Orosz nicht verstanden hat, warum Dresden Welterbe geworden ist. Das Welterbe Dresdner Elbtal besteht ja gerade aus dem Zusammenklang des Gesamtkunstwerkes Landschaft und Bebauung. Würde man dem Kölner Dom einen Turm abreißen, wäre er zwar noch zu sehen, aber kein Gesamtkunstwerk mehr – oder eben ein beschädigtes.

Fazit: Frau Orosz kämpft nicht für das Welterbe, sondern lediglich aus Imagegründen für den Erhalt des Titels. Allerdings ohne die dahinter stehenden kulturellen und geistigen Grundlagen des Welterbegedankens zu akzeptieren.

Thomas Löser sagte in diesem Zusammenhang: „Es ist rational nicht mehr nachvollziehbar, warum die Dresdner CDU ohne Not das Welterbe in Dresden aufs Spiel setzt. Entweder ist sich Frau Orosz tatsächlich nicht bewusst, wie ernst die Lage ist. Oder sie versucht, die Dresdner Bevölkerung aus wahltaktischen Überlegungen bewusst zu täuschen, um vom völligen Versagen der politischen Entscheidungsträger abzulenken.“

Dieser Artikel wurde zuerst auf elbtunnel-dresden.de veröffentlicht.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.10.2012 aktualisiert.
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